Schrenschnittsiluette einer Skyline
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Unser Wohnprojekt ...

gibt es als solches seit Sommer 1987. Damals bezogen zwölf wohnungs- und arbeitslose Jugendliche das denkmalgeschützte „Wöhlerhaus“ im Frankfurter Stadtteil Rödelheim. Das Haus hatte zuvor längere Zeit leer gestanden und befand sich in miserablem Zustand. Es wurde nun von den BewohnerInnen in mühevoller Arbeit renoviert und  bewohnbar gemacht. Das Projekt lief als betreutes Wohnen unter der Trägerschaft des Vereins für soziale Arbeit im Stadtteil Bockenheim. Nach fünf Jahren verselbstständigte es sich aber, so dass sich der Verein zurückziehen konnte und nur noch kleinere verwaltungstechnische Aufgaben übernahm.

Heute wohnen in der Assi 13 Erwachsene und vier Kinder. Wir leben in einer großen Wohngemeinschaft und haben immer Wert darauf gelegt, das Haus nicht in einzelne Wohnein-heiten zu zerteilen, sondern in seiner ursprünglichen Form zu belassen: das gesamte Haus wird von allen Bewohnerinnen und Bewohnern gemeinsam genutzt. Wenngleich es oft eine Herausforderung ist, den unterschiedlichen Interessen und Lebensentwürfen gerecht zu werden, so ist es  doch unser Weg, der Vereinzelung entgegen zu wirken und eine alternative, soziale Form des Zusammenlebens zu praktizieren. Und unser Fokus ist größer als unser Haus: Wir sind in weiteren sozialen, kulturellen oder politischen Initiativen engagiert, Stadtteil und Nachbarschaft sind für uns feste Bezugspunkte.

In den vergangenen zehn Jahren war unser Projekt oft durch auslaufende Verträge und Kündigungen immer wieder in seinem Bestand bedroht. Von unserer ehemaligen Vermieterin, einer „gemeinnützigen“ Stiftung, wurde uns stets nur ein Gewerbemietvertrag zugestanden. Darüber wurden uns grundlegende MieterInnenrechte vorenthalten, der Mietzins wurde mehrfach angehoben, währenddessen sich die Vermieterin um kaum etwas kümmerte und wir gezwungen waren, das Haus aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln vor dem weiteren Zerfall zu bewahren.

Der Wille das Haus zu kaufen war schon vorhanden, da erreichte uns durch Freunde und Bekannte in anderen Wohnprojekten die Idee des Syndikats, dem wir schließlich 2004 als Projektinitative beitraten. Nach der Gründung der Assenland GmbH im Januar 2005 gelang es uns im Zuge zäher Verhandlungen mit der Vorbesitzerin schließlich im Mai 2006 einen Kaufvertrag zu unterzeichnen.

Unseren Vorstellungen vom selbstbestimmten Leben sind wir also ein großes Stück näher gekommen. Das Haus ist dem Immobilienmarkt entzogen und das Assenland wird auf Dauer ein Projekt des sozialen Wohnens bleiben. Als Aussteiger fühlen wir uns dabei überhaupt nicht.

Vielmehr als Einsteiger.

 
 
 
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