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...zu Privateigentum und Besitzlosigkeit liegt für uns auf der Hand: Gemeinschaftliches Eigentum, Kollektiveigentum geschaffen und verwaltet in Selbstorganisation. Die Idee ist weder neu noch ist sie revolutionär. Und doch haben wir einige Male gemerkt, wie schwer es ist, sie zu vermitteln. Selbst manche unserer Eltern oder Geschwister haben abgewinkt: die einen mögen sich „Eigentum“ nur im Rahmen einer Kleinfamilie und in Form eines Reihenhäuschen vorstellen, andere glauben gar, ihre Tochter wäre in die Fänge einer dubiosen Sekte geraten, die sie nun „ausnehmen“ will.
Dabei bietet unser Modell mehr individuelle Freiheiten und Sicherheiten als ein normaler Mietvertrag oder ein „klassisches“ (Privat-) Eigentumsverhältnis. Jeder und jede kann ausziehen, wann immer er oder sie will. Niemand braucht Ersparnisse zur Verfügung zu stellen, ohne sie nach einem Auszug - bei Bedarf - binnen weniger Monate zurück zu erhalten. Hinzu kommt, dass durch gemeinsames Wohnen und Haushalten die Lebenshaltungskosten und der Energieverbrauch sinken. Mensch lebt billiger. Auch schafft gemeinsames Wohnen höhere Lebensqualität: persönliche Problemsituationen können abgefedert werden, über die Präsenz anderer, auf deren Wissen, Fähigkeiten und tatkräftige Unterstützung stets zurückgegriffen werden kann, lässt sich der Alltag leichter und unabhängiger organisieren. „Kollektiv“ meint aber auch: Niemand kann eigenmächtig bestimmen, in welcher Farbe die Fassade gestrichen wird und wer als nächstes einziehen darf. Dies wird gemeinsam besprochen und im Konsens entschieden.
Die Idee, Kollektiveigentum unter dem Dach einer Solidargemeinschaft zu schaffen, ist ein Weg, sich ein Stück weit den Prozessen zu entziehen, die in einer Geld- und Dienstleistungsmetropole wie Frankfurt vorgeben scheinen. Stadtpolitik und Stadtplanung unterliegen weitgehend ökonomischen Kriterien der Standortsicherung und Wettbewerbsfähigkeit. Sie werden zunehmend zur unternehmerischen Tätigkeit, in der die aktive Teilhabe der BürgerInnen nicht mehr vorgesehen ist. An die Stelle der Stadtpolitik ist eine Investorenpolitik getreten. Der aggressiven Aneignung des städtischen Raumes durch privates Kapital ist in Frankfurt vieles zum Opfer gefallen: ganze Siedlungen und Viertel müssen Großprojekten weichen oder werden luxussaniert, bezahlbarer Wohnraum für Menschen aus mittleren und unteren Einkommensschichten ist rar geworden, soziale und kulturelle Biotope verschwinden, die Vereinzelung grassiert.
Doch für ein soziales und solidarisches Miteinander braucht es Netzwerke, die aufgebaut und erhalten werden müssen. Sowohl als ein solches Netzwerk, wie auch als Knoten in einem größeren Netz sehen wir das Wohnprojekt Assenland. Deswegen verstehen wir unsere Wohnform als Aufgabe und Chance zugleich, dem fortschreitenden Prozess der Entsolidarisierung, Vereinzelung und kulturellen Verarmung etwas entgegenzusetzen. Nicht nur für einige wenige, sondern für alle, die heute nach Alternativen suchen. Im ganzen Stadtteil, in der ganzen Stadt.
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